Familienkommunikation beim Camping ohne Mobilfunk
Der schwierige Teil beim In-Kontakt-Bleiben beim Camping ist nicht die Gerätewahl - es ist, den Plan vor der Abreise durchzudenken. Dieser Leitfaden geht die Schritte durch, die eine ganz normale Familie gehen kann.
Dieser Leitfaden ist für eine ganz normale Familie auf einer Wochenend-Campingtour geschrieben, nicht für jemanden, der gern Hardware konfiguriert. Er unterscheidet sich von Kinder und Haustiere beim Camping ohne Empfang orten, das sich auf die Standortebene für Kinder und Haustiere konzentriert - hier geht es um den gesamten Kommunikationsplan für die Tour.
Vor der Abfahrt: herausfinden, wo ihr Netz habt
Die meisten Familien denken erst an Kommunikation, wenn sie das Netz schon verloren haben. Am Startpunkt hat jedes Handy vollen Empfang, also ist die Annahme, dass man sich einfach anrufen kann, falls etwas ist. Dann führt die Straße zum Zeltplatz einen Hügel hinauf, und der Empfang verschwindet still.
Informiere dich vor der Abfahrt grob: Hat der Zeltplatz Netz, wo verliert es die Zufahrt, wie weit ist der nächste Ort mit Abdeckung. Viele Zeltplatz- oder Parkinfoseiten notieren das; jemanden zu fragen, der schon dort war, hilft auch. Das Ziel ist keine genaue Zahl, sondern im Voraus zu wissen, dass es einen Abschnitt ohne Kontakt geben wird, und als Familie zu entscheiden, wie ihr damit umgeht.
Die Basisebene: eine Absprache, kein Gerät
Was die Familie davor bewahrt, sich zu verlieren, auch wenn jedes Gerät ausfällt, ist eine klare Absprache im Voraus:
- Ein fester Treffpunkt am Zeltplatz - das zentrale Zelt, das Auto oder eine auffällige Landmarke - zu dem alle zurückkehren, wenn ihr euch trennt.
- Was zu tun ist, wenn jemand nach einer festgelegten Zeit nicht am Treffpunkt auftaucht.
- Eine erwartete Zeit, wieder am Camp zu sein, nach jeder Unternehmung.
- Für ältere Kinder, die allein umherziehen dürfen: eine klare Grenze, wie weit sie gehen dürfen.
Geräte machen die Koordination nur flexibler; sie ersetzen diese Absprache nicht.
Die interne Ebene: Nachrichten und Standort innerhalb der Gruppe
Wenn der Zeltplatz kein Netz hat, hält ein LoRa-Funksystem die Erwachsenen dabei, sich gegenseitig Nachrichten zu schreiben und den Standort der anderen rund um das Gelände zu sehen. Jeder Erwachsene trägt ein Handgerät, das per Bluetooth mit einem Handy verbunden ist. Kleine Kinder und Haustiere tragen einen kleinen Tracker - in einem Rucksack oder an einem Halsband - der ihren Standort ohne eigenes Handy meldet.
Nelos ist eine App für diese Ebene: Gruppennachrichten, der letzte Standort aller und jedes Trackers auf einer gemeinsamen Karte und ein "Hilfe benötigt"-Knopf. Kostenlos, kein Konto. Der Standort aktualisiert sich in Intervallen, nicht kontinuierlich, und nur solange die Funkgeräte einander erreichen.
Liegt der Zeltplatz in einem Tal oder dichten Wald, kann ein Stück Gelände die Verbindung zu einem Teil des Geländes blockieren. Ein zusätzliches Gerät hoch oben nahe dem zentralen Zelt zu platzieren oder einen Repeater kann helfen, den ganzen Platz abzudecken. Für einen kleinen, offenen Zeltplatz brauchst du das meist nicht.
Offline-Karten
Ein Standortpunkt auf leerem Hintergrund ist fast nutzlos. Solange du noch zu Hause bist oder noch Netz hast, lade eine Offline-Karte für das gesamte Tourgebiet herunter - nicht nur den Zeltplatz, sondern die Wege, Bäche und Straßen ringsum. Markiere die Zelt- und Autopositionen als Bezugspunkte, damit es bei "wo bin ich ungefähr" einen gemeinsamen Rahmen gibt.
Akku und Laden
Weil ihr mehrere Tage da seid, zählt der Akku mehr als auf einer Tagestour. Ein paar Dinge, die sich lohnen:
- Jedes Handy und Gerät am Abend vorher laden, nicht am Morgen der Abreise.
- Eine Powerbank mit hoher Kapazität mitnehmen und wissen, welches Gerät mit welchem Kabel lädt.
- Ein Handy am Rand der Abdeckung entlädt sich schnell durch die ständige Suche nach einem fernen Mast - in den Flugmodus wechseln und nur die LoRa-Ebene nutzen, sobald ihr im netzlosen Gebiet seid, kann den Akku deutlich verlängern.
- Ein LoRa-Handgerät läuft meist tagelang, aber den Akkustand jeden Morgen zu prüfen ist trotzdem eine gute Gewohnheit.
Wann ihr einen Satelliten-Messenger oder eine PLB braucht
Ein LoRa-Mesh-System hilft Familienmitgliedern, sich vor Ort miteinander zu koordinieren. Es kann keine Hilfe rufen und niemanden außerhalb der Gruppe erreichen. Ist der Zeltplatz abgelegen genug - weit von einer Hauptstraße, weit von allem, wo man Hilfe rufen könnte, wenige Leute in der Nähe - dann ist ein Satelliten-Messenger oder eine PLB (persönlicher Notsender) etwas, das man separat vorbereitet, für die Möglichkeit, einen echten SOS an Rettungsdienste zu senden. Das ist eine Entscheidung getrennt von dem, womit die Familie sich gegenseitig sieht. Der Leitfaden goTenna-Mesh-Alternativen für Notfälle und Katastrophen behandelt diese Unterscheidung genauer.
Eine kurze Checkliste
- Geprüft, ob der Zeltplatz und die Zufahrt Netz haben.
- Die Familie hat sich auf einen Treffpunkt geeinigt und darauf, was zu tun ist, wenn ihr euch trennt.
- Jeder Erwachsene hat ein Handgerät, getestet und im selben Team in Nelos.
- Kleine Kinder und Haustiere haben Tracker, befestigt und getestet.
- Offline-Karte für das gesamte Gebiet auf dem Handy eines Erwachsenen heruntergeladen.
- Jedes Gerät geladen, mit einer Powerbank.
- Wenn die Tour abgelegen genug ist: ein Satellitengerät oder eine PLB, separat getestet.
Siehe den Leitfaden zur Familienkommunikation und Erste Schritte für das nötige Gerät und wie man ein Team einrichtet.
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