Die Kurzfassung
Ein LoRa-GPS-Tracker erledigt zwei Aufgaben. Sein
GPS-Empfänger bestimmt die Position aus
Satellitensignalen - dafür braucht er überhaupt kein Netz. Sein
LoRa-Funk trägt diese Position dann mit sehr wenig
Energie weit zu einem anderen LoRa-Funkgerät, das ihr dabeihabt. Mit
Nelos fragt euer Handy - per Bluetooth mit eurem Funkgerät
gekoppelt - den Tracker nach seiner Position und zeigt die Antwort
auf einer Offline-Karte. Dazwischen gibt es keine SIM, keinen
Funkmast und keinen Server; deshalb funktioniert es ohne Netz. Die
Kompromisse: die Reichweite, die vom Gelände abhängt, und die
Update-Geschwindigkeit, die in Sekunden bis Minuten gemessen wird
statt kontinuierlich.
Die Bausteine
- Der Tracker - ein kleines Akkugerät mit GPS und LoRa-Funk, am Halsband, im Rucksack oder am Fahrrad. Kein Display, kein Handy nötig.
- LoRa - kurz für „Long Range“. Ein Funkverfahren, das Datenrate gegen Empfindlichkeit tauscht, sodass kleine Nachrichten mit wenig Leistung weit gehört werden. Es nutzt lizenzfreie Frequenzbänder, die je nach Region verschieden sind, etwa 868 MHz in Europa und 915 MHz in Nordamerika.
- MeshCore - die Open-Source-Firmware auf Tracker und Funkgeräten. Sie regelt, wie Nachrichten adressiert, von Repeatern weitergeleitet und beantwortet werden. Nelos spricht MeshCore; deshalb brauchen Tracker MeshCore-Firmware. (Siehe Was ist MeshCore?)
- Euer Funkgerät - ein kompatibles LoRa-Gerät, das ihr dabeihabt, per Bluetooth mit dem Handy gekoppelt.
- Nelos - die App, die Positionsabfragen sendet, Tracker auf einer Offline-Karte zeigt, sichere Zonen prüft und den Verlauf auf eurem Handy speichert.
Abgefragt, nicht gestreamt
Ein Mobilfunk-Tracker kann seine Position alle paar Sekunden
hochladen, weil ein Mobilfunknetz reichlich Kapazität hat. Ein
LoRa-Kanal ist ganz anders:
- Jede Nachricht braucht Sendezeit. Bei den Langstrecken-Einstellungen, die LoRa nützlich machen, kann ein einziges kleines Paket den Kanal einen großen Teil einer Sekunde oder länger belegen.
- Der Kanal wird geteilt. Alle Funkgeräte in Reichweite - eure und womöglich die anderer - wechseln sich auf derselben Frequenz ab.
- Regeln begrenzen das Senden. In manchen Regionen, auch in weiten Teilen Europas, dürfen Funkgeräte auf diesen Bändern nur einen kleinen Teil der Zeit senden.
- Akkus sind klein. Senden ist das, was einen Tracker am meisten Strom kostet.
Deshalb lässt Nelos Tracker nicht ständig senden. Euer Handy fragt
über euer Funkgerät, und der Tracker antwortet mit seiner letzten
Position und dem Akkustand:
- Automatisch alle paar Minuten, mit eingeschalteter Hintergrundverbindung auch bei ausgeschaltetem Bildschirm.
- Auf Wunsch mit „Aktualisieren“.
- Im Suchmodus viel häufiger, jeweils für begrenzte Zeit - häufige Updates während einer Suche, auf Kosten von mehr Tracker-Akku.
- Gar nicht, solange die Ortung pausiert ist - das spart Akku; „Aktualisieren“ funktioniert weiter.
Das bedeutet „Echtzeit“ realistisch ohne Mobilfunknetz: eine
frische Position, wann immer ihr fragt, in Reichweite - keine
Sekunde-für-Sekunde-Linie auf der Karte.
Wie aktuell ist die Position?
Solange ein Tracker den Himmel sieht, hält sein GPS einen aktuellen
Fix, und jede Antwort zeigt, wo er jetzt ist. In Gebäuden, unter
dichtem Bewuchs oder im Auto kann das GPS den Fix verlieren. Der
Tracker antwortet dann trotzdem über LoRa, wiederholt aber seine
letzte gute Position. Nelos zeigt, wie alt die letzte Position ist -
so erkennt ihr den Unterschied zwischen „er ist jetzt hier“ und „er
war zuletzt hier“.
Die Genauigkeit entspricht normalem GPS: meist einige Meter unter
freiem Himmel, schlechter zwischen Gebäuden, in Schluchten und
unter dichten Bäumen.
Was die Reichweite bestimmt
Niemand kann ehrlich eine LoRa-Reichweite versprechen. Dasselbe
Gerätepaar kann vom Hügel aus ein ganzes Tal überbrücken und in
einer dichten Stadt nur ein paar Straßen weit kommen. Am meisten
zählen:
- Sichtverbindung. Hügel, Gebäude und der Boden selbst blockieren das Signal; Bäume, nasses Laub und Menschen schwächen es.
- Höhe. Eines der Funkgeräte anzuheben hilft mehr als fast alles andere. Ein Tracker am Hundehals sitzt dicht am Boden - das kostet Reichweite.
- Antennen und Hardware. Kleine eingebaute Antennen tauschen Reichweite gegen Größe.
- Funkeinstellungen und Region. Frequenz, Leistungsgrenzen und die Einstellungen eures Netzes spielen mit.
- Repeater. Ein Repeater an erhöhter Stelle empfängt Nachrichten und leitet sie weiter, sodass zwei Geräte, die sich nicht hören, über ihn verbunden sind.
Normale Funkgeräte und Tracker leiten standardmäßig keine
Nachrichten für andere Geräte weiter. Repeater tun das, und manche
kompatiblen Funkgeräte und Tracker lassen sich in einen
Repeater-Modus schalten, der mehr Akku verbraucht. Kehrt ihr oft ins
selbe Gebiet zurück, ist ein gut platzierter Repeater meist die
größte einzelne Verbesserung - siehe
Braucht ihr einen LoRa-Mesh-Repeater?
Sichere Zonen: geprüft auf eurem Handy
Eine sichere Zone ist ein Kreis - 100 m bis 2 km -, den ihr um einen
Ort wie Zeltplatz oder Hütte zieht und einem oder mehreren Trackern
zuordnet. Der Tracker weiß davon nichts. Bei jeder neuen Position
vergleicht Nelos auf eurem Handy sie mit der Zone. Hat ein Tracker
die Zone eindeutig verlassen - Nelos wartet auf eine zweite,
bestätigende Position, um Fehlalarme durch GPS-Schwankungen zu
vermeiden -, bekommt ihr eine Benachrichtigung und eine weitere,
wenn er zurückkehrt. In der Praxis kommt die Meldung meist innerhalb
weniger Minuten nach dem Überschreiten, und nur solange euer
Funkgerät verbunden und in Reichweite des Trackers ist.
Einen Tracker einrichten
Mit verbundenem eigenem Funkgerät fügt ihr einen Tracker in Nelos
hinzu, während er nah am Handy liegt. Nelos stellt ihn per
Bluetooth auf die Frequenzeinstellungen eures Funkgeräts ein, damit
sich beide hören. Ändert ihr später Land oder Frequenz eures
Funkgeräts, fügt den Tracker erneut hinzu. Tracker erscheinen für
euer Team auf der gemeinsamen Karte; die Gratisversion enthält
einen Tracker pro Team.
Wohin die Positionen gehen
Positionsabfragen und Antworten laufen per Funk zwischen euren
Geräten. Nelos braucht kein Konto und schickt Tracker-Positionen an
keinen Cloud-Dienst; der Verlauf der empfangenen Positionen wird nur
auf eurem Handy gespeichert. Wie jedes Funksignal können
LoRa-Übertragungen von anderen Geräten in Reichweite empfangen
werden - seht es also als Werkzeug zur Abstimmung eurer Gruppe, nicht
als Tresor.
LoRa-Ortung im Vergleich
- gegenüber Mobilfunk-Trackern: Mobilfunk erreicht euch von überall mit Netz, meist mit Abo; LoRa funktioniert ohne Netz, aber nur in Funkreichweite.
- gegenüber Bluetooth-Tags wie AirTag: Tags sind auf Passanten angewiesen; mit LoRa fragt ihr den Tracker direkt. Siehe AirTag oder GPS-Tracker.
- gegenüber Satellit: Satellit funktioniert fast überall und erreicht Rettungsdienste, meist mit Abo; LoRa hält eine Gruppe vor Ort ohne laufende Kosten in Verbindung. Siehe LoRa-Mesh oder Satelliten-Messenger.
Wofür es sich eignet
GPS-Ortung über LoRa spielt ihre Stärken aus, wenn die Menschen und
Dinge, die ihr ortet, ein paar Hügel um euch herum bleiben: ein
Hund am Lager oder auf dem Weg,
Kinder auf dem Campingplatz oder Festival,
eine Wandergruppe,
die sich entlang einer Route verteilt. Einen fertigen Tracker findet
ihr mit dem SenseCAP T1000-E
oder den anderen kompatiblen Trackern.